[DVD] Anvil! The Story of Anvil

April 5th, 2010 by Marc.

ANVIL . DVD  . CoverDies ist eine Dokumentation über eine Heavy Metal Band aus Toronto, Kanada und nicht irgendeine, sie ist rührend.

An dieser Stelle werden keine auffälligen Filmszenen nacherzählt (und da gibt es reichlich von: schräge, schöne, traurige, lustige, rockige), damit nichts verraten wird. Denn eines ist klar, diese Doku ist absolut sehenswert und berührt einem im tiefsten Herzen. Sie ist eine Momentaufnahme einer Band die damals in den frühen 80ern kurz vor dem Durchbruch hätte stehen können, heute keine Rolle mehr spielt, aber jeden, wirklich jeden Heavy Metal Fan vom Namen her ein Begriff ist.

Steve "Lips" Kudlow (Gesang, Gitarre) und Robb Reiner (Schlagzeug) begannen 1973 zusammen Musik zu machen, hatten gegen 1979 eine Band Namens LIPS, nannten sich später um in ANVIL und veröffentlichten 1981 ihr erstes Album "Hard N Heavy" und sind als Band im Kern bis heute bestehen geblieben.

Diese Doku zeigt einen Ausschnitt aus dem Bandleben und das mit erstaunlich wenig Musik und ist deswegen auch für Leute geeignet, die Metal nicht mögen. Der Fokus ist ganz klar die Begleitung der Band in dieser einen speziellen Phase ihres Lebens und keine Historie der Band. Es geht ausschließlich um die Freundschaft dieser zwei musikbesessenen Typen, die ihrem Jugendtraum niemals aufgegeben haben und um Dedication! In jeder Hinsicht! Und um Treue. Außerdem: Wer Heavy Metal nicht kennt, wird eine wichtige Facette dieses Lifestyles kennenlernen: Wir gegen den Rest der Welt, egal wie!

Es wird in dieser Doku eine Konzertreise durch Europa gezeigt, die einem Fiasko glich. Man beginnt mit zu fühlen. Es kommen Familie und Freunde zu Wort und wird Zeuge von sehr intimen Momenten. Bei allen Stationen gibt es Szenen die berühren, die nahe gehen. Es wird deren Alltag und Arbeitswelt gezeigt und immer wieder diese beiden "Burschen", die es nicht sein lassen können Heavy Metal an der Stahlfräse zu schnitzen, wie es ihn nur früher gab und alles mündet 2008 in der Albumveröffentlichung "This is Thirteen". Sie sind über 50 Jahre alt! Dedication!

Die ganze Hingabe ist bemerkenswert. Im Grunde erlebt man zwei Leute, die ständig gegen die Wand laufen, ewig auf der falschen Fahrbahn sind und trotzdem mit ihrer Gutmütigkeit, ihrem freundlichen Wesen und, gerade was Steve Lips Kudlow angeht, dessen (fast schon naiv) fröhlichem Gemüt, ihren Traum nicht aufgeben. Dedication!

Was in dieser Doku allerdings nicht rüber kommt ist, warum sie keinen richtigen Erfolg in ihrer Vergangenheit hatten, geschweige denn ihn ausbauen konnten.

Hier ein Erklärungsversuch:

Bei den Bonüssen zur DVD ist das komplette Interview mit Lars Ulrich von METALLICA dabei und erst da bekommt man wichtige Informationen zur Band. Was in der Doku öfters erwähnt wird, verdeutlicht Lars: Robb Reiner ist ein sehr guter Schlagzeuger. Er wurde damals von Ozzy Osbourne umworben. Dennoch blieb er bei seinem Freund, bei ANVIL. Und leider gibt es keine vernünftige und länger andauernde Schlagzeugsequenz im Film. Ein längerer Eindruck aus dem Proberaum hätte sein müssen, denn so entsteht der Eindruck, das sind zwei Leute die nichts können. Das ist aber absolut nicht der Fall!

Das zweite Album "Metal on Metal" von 1982 gehörte damals zur Speerspitze des subkulturellen Genres Heavy Metal. Auch der Nachfolger "Forged in Fire" (1983) hatte es in sich, er ist bis heute ein Klassiker. Hart und schnell. Dann kam bis 1987… nichts! Genau in dieser Phase liegt das Schicksal der Band! Fehlende Tourneen, kaum Werbung, mieses Management, schlechte Plattenfirma, die Bandmitglieder wechselten. Das ganze Ungeheuer des Musikbiz.

Aber von vorne, Was für ein Jahr, dieses Jahr 1983! In jenem erschienen die Debutalben der ersten Thrash Metal Generation: METALLICA "Kill ´em All", SLAYER "Show No Mercy" oder OVERKILL "Power in Black" (EP). Bis 1985 hatten alle anderen Thrash Szenegrößen wie EXODUS, MEGADETH, KREATOR, VOIVOD, DESTRUCTION oder ANTHRAX ihre Erstlinge draußen oder bereits das 2. Album nachgelegt. 1987 hatte die Spitze der Szene bereits ihre jeweiligen Zenitalben draußen wie beispielsweise "Master of Puppets" (METALLICA, 1986) oder "Reign in Blood" (SLAYER, 1986), "Among the Living" (ANTHRAX, 1987). Bis 1983 haben ANVIL genau diese Bands beeinflusst und nun wurden sie, weil schneller, härter, aggressiver und schlichtweg aufregender, von denen regelrecht weggespült.

Schon 1986 wurden ANVIL im Metal Magazin ROCK HARD Nr. 19 in der Rubrik "Vergessene Bands" präsentiert. Erst 1987 legten sie mit ihrem vierten Album "Pound for Pound" nach. Es war laut Plattenkritik ein gutes Power Metal Album mit allen Zutaten die ANVIL bekannt machten oder so: Ohne Weiterentwicklung und am Zeitgeist vorbei. Auch die folgenden Alben konnten den Kritiken nach den ANVIL Standard halten, mehr aber nicht.

ANVIL waren aber nicht alleine in dieser Situation. Die Thrash Metal Welle hat sehr viele Bands erwischt. Es war 1980 bis 1983 die Kernzeit der New Wave of British Heavy Metal und es kamen letztendlich nur die durch, die bereits 1983 einen großen Wurf landeten, wie z.B. IRON MAIDEN, JUDAS PRIEST oder SAXON. Alle anderen blieben auf der Strecke: so z.B. DIAMOND HEAD, ANGEL WITCH, TANK, RAVEN, TYGERS OF PAN TANG, GIRLSCHOOL oder SAMSON. Auch ANVIL. Mit dem Unterschied, ANVIL machten weiter und kamen nicht aus U.K.! Selbst andere musikalisch höherwertigere US Bands mit damals sehr guten und angesagten Alben der Power Metal Spielart wie z.B. OMEN, JAG PANZER oder NASTY SAVAGE haben diese Zeit nicht spurlos überstanden.

ANVIL gehörte zu diesen interessanten, vorreitenden, verrückten, bekloppten, lebendigen, aufregenden und total musikvernarrten Bands. Sie sind es noch heute, sie haben sich nie verändert, sie haben NIE ihre Seele verkauft. Respekt! DEDICATION!

Diese Dokumentation ist eine Ballade für ANVIL

DISKOGRAPHIE:

1981 Hard N Heavy
1982 Metal on Metal
1983 Forged in Fire
1987 Pound for Pound
1987 Strength of Steel
1991 Worth the Weight
1997 Plugged in Permanent
2000 Speed of Sound
2001 Plenty of Power
2002 Absolutely No Alternative
2004 Back to Basics
2009 This Is Thirteen

Weitere Infos:

ANVIL, offizielle Website
DVD: Universal: Anvil! The Story of Anvil (2008)

[CD] LEE AARON – Slick Chick / Beautiful Things

March 6th, 2010 by Marc.

Lee Aaron . Beautiful Things . CoverDie Olympischen Winterspiele 2010 in Kanada sind nun eine kleine Weile vorbei und niemand hat sie erwähnt, die schönste Stimme aus Vancouver!

Was uns hier vorenthalten wurde grenzt schon an Gemeinheit. Ihr Repertoire reicht von Swing bis zum Rock, Pop und Jazz. Mal mitreißend und tanzauffordernd, mal melancholisch schön. Sie hat eine sehr reife, ausgebildete und natürliche Stimme und kann im Grunde alles singen. Das gibt ihr die Möglichkeit das zu machen was sie will.

Allerdings, es wird eine Reihe Leute geben, die beim Namen Lee Aaron zusammenzucken. Einerseits, weil dieser Name für ganz klassischen Heavy Metal der Achtziger Jahre steht und anderseits wegen der damaligen Fotos von ihr. Sie hat das Klischee des Heavy Metals formvollendet bedient und wäre auf einem Cover von Manowar nicht weiter aufgefallen!

In der Metalszene hat sie eine ziemlich erfolgreiche Vergangenheit. Sie war eine der wenigen Sängerinnen mit Format und mit Klassikern im Gepäck (wie z.B. "Metal Queen" und "Evil Game"), hatte Tourneen in den USA, Kanada und Europa und ihr Name war schlicht und ergreifend ein Begriff.

Stilistisch bewegte sie sich im Metalsound der Achtziger ungefähr zwischen den ganzen L.A. Poserbands und den kommerziellen Scorpions (wie z.B. auf "Crazy World" (1990)) oder Warlock, Cutty Sark, Accept gemischt mit Bon Jovi und Ratt ohne, bis auf ein paar Ausnahmen, mit den Songs spieltechnisch und kompositorisch die qualitative Klasse der genannten Bands zu erreichen. Allerdings intonierte sie das alles mit ihrem Gesang, einer kraftvollen Rockröhre, die auch live das halten konnte was sie im Studio auf den Alben vorgegeben hatte. Sie konnte schon immer richtig gut singen, ihr fehlten anscheinend immer nur die passenden Musiker für mehr.

Lee Aaron . Metal Queen . Cover   Lee Aaron . Call of the Wild . Cover   Lee Aaron . Same . Cover
Das alles entschärfte sich später immer mehr zu einem Rock und Pop Act mit ebenso klischeehafter Erscheinung. Die damaligen Fotos dieser Phase zeigen eine gewisse modische "Nähe" zu Madonna und Cyndi Lauper.

Seit dem neuen Jahrtausend kann man allerdings keines der gewohnten (immerhin von 1982 bis 1996!) Bilder und Lieder von ihr erwarten. In der Vergangenheit hat sie sich ausgetobt und das Stichwort ist die Metamorphose.

From a Metal Queen to a Swing Mistress and Soul Goddess

Sie hatte sich damals Ende der Neunziger zurückgezogen und in Vancouver die Zelte neu aufgeschlagen. In dieser Zeit muss etwas wunderbares passiert sein, denn sie klingt auf dem 2000er Album so treffsicher, nach oben abhebend, wie es ihr rasanter Swing uns beweist. Da geht wirklich die Sonne auf! Ihre neue Ära ist nun endlich eingeleitet.

Sie hat den perfekten Sound zu ihrer sehr kraftvollen und lebhaften Stimme gefunden. Es passt alles.

Lee Aaron . Slick Chick . Cover Europe  Lee Aaron Slick Chick . Cover
Slick Chick: links die europäische Versions des Covers

Slick Chick

Man spürt, dass sie sich rundum wohl fühlt und einfach drauflos singt. Auf dem „Slick Chick“ Album klingt es so locker leicht, wie man es von ihr gar nicht kannte. Sie versprüht den Charme einer quirlig daher tanzenden Frau, die eine (musikalische) Welt für sich neu (wieder)entdeckt hat.

Beautiful Things

Es gibt mehrere ruhige Momente, ohne jedoch in den stimmungsvollen Nummern eine Schwere aufkommen zu lassen. Die Meldodieführung ist hier jedoch eine Liga höher anzusetzen. Wer weiß wo sie so geniale Arrangements her hat wie auf den Songs "Museum", "Joan of Arc", "Heart Shaped Whole" oder "Boy Glory"?! Einfach phantastisch! OK, "Museum" ist von jemand anderes (Donovan Leitch aus Schottland), aber ihre Interpretation ist einfach hinreißend. Sie spielt Musik und kämpft sie nicht mehr. Sie hat eine Stimme der man anhört, dass sie mit sich im Reinen ist.

Mit diesem Sound muss sie, Jahrgang 1962, keine Berufsjugendliche mehr spielen, sondern kann voll und ganz sich auf die Musik konzentrieren ohne irgendeinem Trend hinterher zu schauen. Traditionelle Rock Instrumente wie Gitarre, Bass, und Schlagzeug werden angereichert mit Piano und Bläsern. Damit ist sie sehr flexibel. Sie klingt zeitlos.

Das schöne an ihr ist, sie biedert sich nicht dem Kommerz an, macht einfach ihr Ding und lässt uns daran teilhaben. Ihre beiden Alben "Slick Chick" und "Beautiful Things" können nämlich auf ihrer Homepage komplett angehört werden! (Stand März 2010). Hört mal rein! Ich holte mir nach einer Weile dann doch die CDs. Die sind eben einfach gut.

Auch empfehlenswert sind einige Einträge auf ihrem Blog. Sie schreibt sehr sympathisch, lebensfroh und auch hier eine angenehme Mischung aus Spaß und Ernst.

Lee Aaron, thank you for changing your sound! I have seen you back than on your Human Tour 87 in Bonn, Germany and that was just nice. But now, your new sound totally fits to your voice. I love it! More of it, please!

DISCOGRAPHIE

Hardrock, Heavy Metal:
1982 The Lee Aaron Project
1984 Metal Queen
1985 Call of the Wild
Rock / Poser / Pop:
1987 Lee Aaron
1989 Bodyrock
1991 Some Girls Do
Sampler:
1992 Powerline
1992 The Best Of (2003 Reissue Powerline)
Rock, Pop:
1994 Emotional Rain
1996 2preciious
Swing, Jazz, Pop:
2000 Slick Chick
2004 Beautiful Things

LINKS

Lee Aaron, offizielle Website
Lee Aaron bei wikipedia (deutsch)
Lee Aaron bei wikipedia (englisch)

[COVER] Heldenverehrung

August 7th, 2009 by Marc.

In jedem Musiker steckt ein Fan und jeder der mit Musik anfing hatte in seiner Kindheit, Jugend oder als Twen seine Helden. Wunderbar nachzuvollziehen ist dies bei kleinen Gruppen, insbesondere in den jeweiligen musikalischen Subkulturen und bei bereits ganz bekannten Bands, die sich noch mal an ihre frühen Tage erinnern und nach ihrem eigenem erfolgreichen Dasein dazu hinreißen lassen und zeigen wo ihre Wurzeln sind.

Populär sind seit längerem Tribute Sampler, wo meist Insidertipps, Szenekapellen und ab und zu große Bands Coversongs einer Band zocken. Weit verbreitet ist natürlich die Variante, dass eine Band auf einem regulären Album einen Coversong hinzufügt oder ihn auf einer Single B Seite platziert.

Allerdings gibt es auch Bands oder Solokünstler, die ihre Verbeugung, Anerkennung, Huldigung oder einen satirischen Seitenhieb nicht nur akustisch, sondern visuell zeigen. Um die geht es in diesem Artikel.

Mir kam die Idee, als ich mir von Elvis Presley das erste Album auf CD nachholte und … seht selbst!

Vorhang auf für die Helden, deren Jünger und Gefolgschaften!

Elvis Presley . first album . Cover   The Clash . London Calling . Cover
Elvis Presley " Elvis Presley" (1956)
verehrt von
The Clash "London Calling" (1979)

März 1956, auf RCA Victor, in mono, Katalog Nummer LPM 1254. Diese Daten muss man nicht auswendig lernen, gelten aber definitiv als eines der wichtigsten in der Populärmusik! Mit ihm bekam die Pop Kultur und Jugendbewegung einen enormen Schub.

Bands und Solokünstler veröffentlichten zu dieser Zeit in der Regel Vinyl Singles mit einem Song pro Seite in Papierhüllen ohne Bilder und Schriftzügen. Es gab nur das Logo vom Plattenlabel und Namen der Gruppe/des Interpreten, die Songtitel und das Kleingedruckte bzgl. Rechte usw. Das TV war noch schwarz/weiß, eine Jugendbewegung oder eine eigene Jugendkultur gab es noch nicht. Das Phänomen Elvis sprach sich schon herum, aber bis zum Erscheinungsmonat gab es noch nicht viele Fotos oder bewegte Bilder von ihm. Sein erster TV Auftritt war ein Jahr vor Erscheinung des Albums, es folgten noch ein Paar und sie zogen heftige Diskussionen unter Erwachsenen und riesige Begeisterung bei vielen Jugendlichen nach sich. Aber noch kannten nicht alle sein Aussehen, daher der Grund eines Fotos von einem lebhaften Elvis live auf der Bühne. Es war nicht nur ein normales Cover, es sollte ihn tatsächlich vorstellen!

Zu einer Zeit, als Bands oder Solokünstler nur Singles rausbrachten und ein richtiges Album sehr selten war, kam dieser erste Vinyl Longplayer (LP) von Elvis raus. Vorher für einige Singles auf Sun Records in Memphis gewesen, nun zu RCA nach New York gewechselt, kam nach drei Singles das erste richtige Album raus.

The Clash machten ein sehr cleveres Plagiat. Punkt eins: Sie zollten dem Urheber der Rebellion generell Respekt. Punkt zwei: Sie umgehen geschickt die Problematik als Band ein Albumcover eines Solokünstlers zu imitieren, indem sie ebenso ein Live Foto auch in schwarz/weiß, auch mit einer wilden, nur zeitgemäßeren wilden Szene vom Bassisten Paul Simonon nehmen. Aber, sein Gesicht ist nicht zu erkennen! So funktioniert durch die Anonymisierung eines Bandmitgliedes diesen repräsentativ für alle anderen Clash Mitglieder als Einzelperson zu platzieren.

Elvis war wichtig für die Musikwelt und Jugendkultur weltweit. The Clash waren wichtig im Punk und beeinflussten in ihrem Genre weltweit. Insofern sorgen hier zwei Giganten für den Auftakt zu diesen Artikel, wobei der schmuddeligere Subkulturgigant dem King Tribut zollt. Klasse.

The Beatles . Sgt. Peppers . Cover   Bläck Fööss . 20 . Cover   Frank Zappa . In It . Cover
The Beatles "Sgt. Pepper′s Lonely Hearts Club Band" (1967)
nachgebastelt von
Bläck Fööss "Et es 20 Johr jenau jetz" (1990)
und
Frank Zappa "We′re only in it for the Money" (1968)

Mit den Beatles kommt der nächste weltweite Gigant ins Spiel, diesmal aus Europa. Die Beatles Mania ist bekannt, die Musik weltberühmt, bei Erscheinung des Albums gab es die Jugendbewegungen bereits etablierter. Jetzt waren sie an der Reihe und setzten noch einen visuellen Quantensprung hinzu. Das Sgt. Peppers Cover gehört zu den berühmtesten und es gibt viele Details und Hintergrundgeschichten dazu. Eine Recherche lohnt sich! Bemerkenswert ist hier, sie hatten erstmals Songtexte auf dem Backcover! Heute sind Songtexte die Regel, die Beatles legten den Startschuss.

Einfach grandios, dass die Bläck Fööss mit dem Cover den Beatles huldigten und hintenrum mit dem Song "Elvis lääv" (Elvis lebt) den King ein Denkmal setzten. Sehr sympathisch. Eine rundum gelungene Verbeugung.

Etwas frecher kommt Frank Zappa daher, der nämlich die Hippies und alle anderen gleich mit aufs Korn nimmt.

Elvis . 50.000 . Cover   Lemmy . Slim Jim and Danny B . Cover

Blumfeld . Moi . Cover   Rod Stewart . Body Wishes . Cover
Elvis Presley (1959)
"50,000,000 Elvis Fans Can′t Be Wrong: Elvis′ Golden Records, Vol. 2"

bekam von Killmister Rock N Roll den Ritterschlag
Lemmy "Lemmy, Slim Jim and Danny B." (2003)
und Anerkennung auch aus Deutschland
Blumfeld "L′ Etat Et Moi" (1995)
Selbst ein Schotte kann seine Bewunderung nicht zurückhalten
Rod Stewart "Body Wishes" (1983)

Elvis im goldenen Maßanzug ist ein wahres und glanzvolles Statement! Kein anderer verkaufte so viele Singles und Alben und bekam entsprechend viele goldene Schallplatten verliehen. Ganz wichtig, zu seiner Zeit gab es pro eine Million verkaufter Einheiten eine goldene Auszeichnung. Elvis hatte Mehrfachauszeichnungen. In diesen Dimensionen heute undenkbar.

Eine lebende Legende huldigt eine Legende. Der Lärmbolzen Lemmy vom Krachschiff Motörhead grüßt hiermit ganz klar einen seiner absoluten Helden und zeigt, wo sein wahres Herz schlägt. Er ist durch und durch ein Rock N Roller. Ein Ritterschlag unter ihres gleichen.

Eine nette Geste, dass ebenso eine deutsche Kapelle Anerkennung zeigt. Immerhin verweilte der King auch in Deutschland. Soviel Respekt muss ein. Danke Blumfeld.

Und ja, die Schotten wollen sich auch mal im Sonnelicht baden. Kommt die strahlende Sonne in Schottland nicht durch die Wolkendecke, so soll es warm ums Herz werden, wenn man das strahlende Gold von Elvis wirken lässt. Rod Stewart bietet hier eine geschickte Abwandlung durch ausgetauschte Farbkombinationen. Das hat sein Promoteam gut gemacht, ob er es selbst bemerkt hat?

Sex Pistols . Never Mind . Cover   Roten Rosen . Never Mind . Cover
Sex Pistols (1977)
"Never Mind the Bollocks Here′s the Sex Pistols"

hochgradig kopiert und nachgeschnibbelt von
Die Toten Hosen (1987)
"Never Mind the Hosen Here′s Die Roten Rosen"

Eigentlich ohne Worte. Berühmt bis zum Anschlag. Die Kapputtnixe aus London ließen den Stil ihres halbwegs geschredderten Klamottenoutfits aufs Cover transformieren, mit Schnippsellayout. Es passte und war die absolute Vorlage der Punk Philosophie! Nichts muss professionell sein und war stilprägend für alle anderen Bands mit wenig bis kaum Geld, die es so jedoch schafften selbstgemachte Covers zu gestalten. Von den später folgenden Fanzines ganz zu schweigen.

Und die Toten Hosen geben mit ihrer Roten Rosen Version ein wirklich gelungenes und angenehmst selbstironisches Bild ab. Klasse.

Doors . Doors . Cover   Danzig . II . Cover
The Doors "The Doors" (1967)
wird gewürdigt von
Danzig "Danzig II: Lucifuge" (1990)

Als das Danzig Album rauskam, erwähnte nix und niemand die Analogie zum Doors Album. Ein Witz! Der Witz rundet sich ab, wenn man bedenkt, dass Danzig mit seinem Schaffen insbesonde bei den Misfits und randnotiert auch bei Samhain ein bluthorrorrotzkaputtfertiges Denkmal für die Punk Kultur hinterlassen hat! Punks waren der absolute Gegenpol zu den Hippies und Mr. Stahlbau in Person huldigte ganz lässig mal ebenso nebenbei eine der absoluten Hippie Ikonen! Das ist nicht nur geil, sondern richtig geil! Aber er darf das auch, denn er ist der einzige mit der legitimen Stimme für Elvis Songs! Er muss nur noch selbst drauf kommen, mal einen Elvis Song zu singen!!! Wie gesagt, so einer darf das.

The Who . Leeds . Cover   Heresy . Leeds . Cover
The Who "Live at Leeds" (1970)
wird verehrt von
Heresy "Live at Leeds" (1989)

The Who sind nicht irgend wer, sie sind eine Macht! Wer das Schaffen dieser Band kennt, weiß wovon geredet wird und erkennt deren Einfluss auf die musikalische Nachwelt. Es war nur eine Frage der Zeit, bis ein The Who Cover dran glauben muss und es gibt tatsächlich von mehreren Alben wunderbare Plagiate! In diesem Fall möchte ich aber eines der schönsten vorstellen.

Zunächst muss gesagt werden, ist schon die originale Vinyl LP Version von The Who fantastisch! Dem aufklappbaren Cover liegt neben der LP noch einiges an Geschnipsel und s/w Fotos bei! Auf den Schnipseln sind Hotelrechnungen, Verträge und andere Scherze zu sehen. Sie entlarven damit die freiheitsliebende und rebellierende Rock Welt. Dem entgegen setzen sie tolle und magische Livefotos.

Die Kopie der Grindcore Band Heresy ist ein liebvoll gemachtes Kleinkunstwerk. Diese Knüppelbarden aus Birmingham bieten auf dieser singleformatigen Vinylversion drei Songs von ihrem finalen Konzert vom 23. Dezember 1989. Es sind deren Klassiker Face up to it, make the connections, genocide und alle sind auf der A Seite! Auf der B Seite gibt es eingeritzte Karikaturen der 4 Musiker!

Iron Maiden . Number . Cover  SOD . Bigger . Cover
Iron Maiden "The Number of the Beast" (1982)
bekommt seine Anerkennung von
S.O.D. "Bigger than the Devil" (1999)

Das Beast Album von Iron Maiden gehört zu den ganz wichtigen und großen Heavy Metal Werken. Erstmals mit Bruce Dickinson am Gesang standen sie vor alles oder nichts und übertrafen sich selbst. Der Rest ist Geschichte.
Das Cover sieht nach purem Heavy Metal aus und sollte exakt so sein, denn es erschien in einer Zeit, als es noch keine reinen Heavy Metal Magazine und ähnliches gab. Im Plattengeschäft konnte man nur am Cover erkennen, um welche Musikrichtung es sich handelte. Dieses Cover erfüllte diesen Zweck wie alle anderen Iron Maiden Cover auch. Iron Maiden haben nebenbei bemerkt den markantesten und wohl berühmtesten Bandschriftzug aller Zeiten. Und zurecht muss jemand exakt diesem Album Tribut zollen als Dank für den wertvollen Beitrag zur Musikgeschichte.
S.O.D. haben sich das nicht nehmen lassen, diesen Klassiker zu würdigen. S.O.D. gibt es als Projekt seit 1985, steht für Stormtroopers of Death, sind aus New York, besteht aus den Anthrax Recken Scott Ian (Gitarre) und Charlie Benante (Schlagzeug), verstärkt mit dem ursprünglichen Anthrax Bassisten Dan Lilker (damals von Nuclear Assault und später zig anderen Kapellen wie z.B. Brutal Truth) und dem ehemaligen Anthrax Roadie und späteren M.O.D. Bandleader Billy Milano und legten mit ihrem ersten Album ein Kultalbum ersten Ranges vor. Kurz und knapp wurde der originale Crossover aus Metal und Hardcore mal derbe, mal sarkastisch abgefeuert.
Der Humor ließ 1999 diese wunderbare S.O.D. Hommage entstehen.

Venom . Black Metal . Cover   Exit 13 . just . Cover
Venom "Black Metal" (1982)
wird nachgeraucht von
Exit-13 "… just a few more hits" (1995)

Das Black Metal Album von Venom aus Newcastle gehört zum perfektesten im dilettantischen Sinne und stilprägendsten, was man in und auf der Anlage rotieren lassen kann. Der Name ist Pate der Stilrichtung, die Ästhetik unübertroffen und passgenau. Alles ist schwarz. Der Name, das Cover, die Kleidung, der scheppernde, einfache, punkbeeinflusste Metalsound und der Humor! Venom sind so ziemlich das bekloppteste was man sich vorstellen kann! Dafür muss man allerdings Fotos, Konzerte und Konzertvideos der originalen Besetzung gesehen haben.
Und da gibt es Leute, die dies alles zu würdigen wissen: Exit 13. Ich habe von Exit 13 noch nie etwas gehört, aber die Würdigung ist gelungen und kommt sogar ziemlich lässig daher. Da raucht doch wer… etwas…
Zumindest gibt es bei Exit 13 verschiedene Line Ups und ein gewisser Bassist Namens Dan Lilker ist auch wieder dabei. Deren Veröffentlichungsheimat sind Relapse Records.
Eines Tages werde ich mir das anhören. Wenn Dan Lilker mit seinen Hardcore, Metal und Grindcore Wurzeln zusammen mit einer Sängerin musiziert die sich Bliss Blood nennt und in verschiedenen Swing und Jazz Bands beheimatet ist, dann ist da ein ganz, ganz strubbeliges Ding am Start! Und wer die Homepage von Exit 13 gesehen hat, versteht das lässige Coverplagiat.
Seht selbst:
Exit 13 geparkt auf der Homepage von Brutal Truth

Slayer . Seasons . Cover   SOD . Seasoning . Cover
Slayer "Seasons in the Abyss" (1990)
nachgepinselt von
S.O.D. "Seasoning the Obese" (2006)

Slayer machen bis ins Detail durchdachte Bauchmusik. Purer Thrash Metal angereichert mit Wahnsinn in allen Ebenen. Genau das zeigt das Cover. Auf mich wirkte das Cover immer wie eine böse Vergiftung des Bildes "Der rote Blick" von Arnold Schönberg. Ob was dran ist?
S.O.D. lassen nicht lange auf sich warten und zeigen erneut wo ihre Wurzeln sind. Man merkt ihnen an, dass sie absolute Musikfans sind und ihre eigenen Helden verehren. Wohlgemerkt mit Scott Ian und Charlie Benante am Start, die selbst schon mit Anthrax riesigen Erfolg hatten. Absolut bodenständig und musikbegeistert.

Jefferson Airplane . Pillow . Cover   White Flag . Rabbit . Cover
Jefferson Airplane "Surrealistic Pillow" (1967)
teilen den Friseursalon mit
White Flag "White Rabbit" (1993)

Jefferson Airplane aus dem kreativen San Francisco gehörten in den 60ern zu den Hitgiganten aus Californien und deren Albumfoto merkt man ganz deutlich die Begeisterung für die Beatles an. Ich denke die Friseure kannten lange Zeit nur diesen Haarschnitt…
Mit White Flag, ursprünglich aus Moreno Valley, CA und schlussendlich in Los Angeles gelandet, liegt ein schmuckes Dankeschön am Schaffen von Jefferson Airplane vor. Schön zu sehen, dass Punks auf der Suche nach eingängigen, knackigen Songs auf alte Hippielieder stoßen.

Ramones . Road . Cover    Hanson . Gross . Cover
Ramones "Road to Ruin" (1978)
bekommt ein Denkmal gesetzt von
The Hanson Brothers "Gross Misconduct" (1992)

Von den Ramones gibt es unzählige musikalische Coverversionen und visuell waren sie ebenso stilprägend. Bis heute. Ein würdiges Denkmal visueller Art präsentieren uns The Hanson Brothers! Klasse gemacht. Hinter diesem Bandnamen findet man allerdings die Kulisse von No Means No aus Vancouver, Kanada! Rob und John Wright wollten sich mal eben so neben No Means No etwas austoben und stampften dieses punkrockige Ding aus dem Boden. Das Cover passt dazu.

Davis . essential . Cover   Wilson . traveling . Cover
Miles Davis "The Essential Miles Davis" (2001)
erhält Absolution von
Cassandra Wilson "Traveling Miles" (1999)

Miles Davis, ein grübelndes Genie auf der Kippe? Bewahre! Sein musikalisches Schaffen ist bahnbrechend und unbestritten. Sein Name wird stets mit höchstem Respekt ausgesprochen. Umso sympathischer erscheint das Albumcover, eine gute Idee.
Miles Davis kann sich glücklich schätzen, denn er bekommt eine Huldigung von Cassandra Wilson. Sie selbst ist in ihrem Genre eine anerkannte Königin.

Bad Religion . Suffer . Cover   NOFX . Surfer . Cover
Bad Religion "Suffer" (1988)
wird umgemogelt von
NOFX "Surfer" (2001)

Keine Frage, NOFX zollen mit ihrer Surfer 14 Song 7 inch EP ihren Szenekumpels von Bad Religion anständig Respekt … oder spielen einen Streich. Immerhin bewegen sie sich auf Augenhöhe. Der Vorschlag auf eine monotone Wohnsiedlung zu verzichten und stattdessen raus in die Natur ans Wasser mit Meeresblick zu ziehen, erscheint sympatisch. Warum zuhause rumhängen, wenn man draußen surfen kann?!

Kraftwerk . Die Mensch Maschine . Cover   Big Black . Whore Model . Cover
Kraftwerk "Die Mensch Maschine" (1978)
bietet die Blaupause für
Big Black "The Model" (1987)

Es gibt wenig Bands aus Deutschland, die weltweit bekannt sind. Ein Paar jedoch haben sich im Ausland etabliert, weil sie sehr originell, aufregend oder auffällig waren. Kraftwerk gehören dazu und deren Alben findet man heute noch z.B. in den USA in guten Musikgeschäften. Ein Dankeschön an Florian Schneider und Ralf Hütter, die 1970 in Düsseldorf mit "Kraftwerk 1" begannen die Musikwelt bereicherten.
Big Black, 1982 in Evanston, IL, USA gegründet, würdigen diesen musikhistorischen Beitrag. Big Black mit Punk Background setzten eine Drum Machine ein und gaben dem Post Punk so selbst neue Akzente. Diese Single kam auf Touch and Go raus, ein Gütesigel.

Trio . Da Da Da . Cover   Oblivians . Single . Cover
Trio "Trio" (1981)
nachgezeichnet von
The Oblivians "Album" (1997)

Wer hätte gedacht, dass eine lärmende Bande aus Memphis einen großen Bogen um den strahlenden weltberühmten heimischen Bewohner Elvis schafft, um einen Blick auf die minimalistischen Trio aus Deutschland zu erhaschen?! Sie schafften es und bieten ein Rundumpaket: Eine komplette Huldigung in Bild und Ton: Nachgemalt wurde die US Version vom Trio Cover und gelärmt zu den Liedern Sunday You Need Love und Ja Ja Ja.
Trio gehören auch zu denjenigen die bei einigen in den USA Eindruck hinterließen. Beispielsweise boten The Jesus Lizard auf deren 1990er Single Mouth Breather auf Touch and Go eine Coverversion von Sunday You Need Love. Wiederzufinden auf der Sampler CD "Bang", wo eine weitere Coversion auftaucht: Anna. Na, das ist doch mal was! Trio beeinflussten. Ein Dankeschön an die Oblivians, dass sie an Trio dachten und sie ins Rennen schickten!

Manowar . England . Cover   Doom . Sweden . Cover
Manowar "Hail to England" (1984)
nachgebrüllt von
Doom "Hail to Sweden" (1995)

Puristen und Klischeereiter unter sich. Die Crustcore Band Doom aus Birmingham konnte sich den Scherz offensichtlich nicht nehmen lassen, sich bei einem aus Crustcoresicht eigentlich verhassten Genre, dem Heavy Metal, zu bedienen. Während die US Amerikaner Manowar die Heimat des New Wave of British Heavy Metal mit kriegerischem Gehabe (ent)würdigen, senden die Briten Doom den Gruß gleich weiter nach Schweden. Die Manowar Vorlage entpuppt sich tatsächlich als perfekt für einen Gruß aus England nach Schweden, dem Crustcore Mekka.

[DVD] IRON MAIDEN – Flight 666 . The Film

June 6th, 2009 by Marc.

Iron Maiden . The Film . CoverA Beast of Documentation! Der Film ist gerade eine viertel Stunde vorbei und ich bin immer noch etwas gefangen von dieser Dokumentation zur "Somewhere Back in the World Tour".

Sicher wird hier eine Band auf einem absoluten und gigantischen Höhepunkt ihrer Karriere festgehalten, aber es sind andere Momente die berühren. So spielten sie in einigen Ländern zum ersten Mal oder wieder nach sehr langer Zeit und sie zogen Massen! Hinzu kommen die wahnsinnigen Zuschauer in Lateinamerika! Eine Wucht!!! Wenn man auf diese lateinamerikanische Mentalität diese Art von Musik loslässt und dann noch von einer solch populären Band, dann grenzt es an Wahnsinn! Man muss diese Bilder gesehen haben. Ich selbst sah schon viele Konzerte, aber so was noch nicht. Viva América Latina!

Erstmals spielten IRON MAIDEN in Mumbai, Indien und vieles an diesem Auftritt ist in einer schwer vorstellbaren Dimension und ist zugleich der Filmeinstieg. Schon, dass eine derart andersartige Kultur mit völlig anderen musikalischen Hörgewohnheiten in Tonart und Rhythmus viele junge Leute und auch mittleren Alters sich begeistern lässt für Heavy Metal, ist schon irre. Noch nie zuvor spielte eine ähnliche bekannte Band dort und man muss sich mal die Gesichter der Zuschauer ansehen. Eine grenzenlose Freude! Das berührt wirklich. Ich gebe es zu, mir kamen Tränen. Gleiches in Costa Rica und auch, zudem mit anderen Vorzeichen, in Bogotá, Kolumbien. Dort nämlich mischt sich der Staat bzw. die Militär mit hoher Präsenz ein. Andere Länder, andere Sitten, Kulturen, Staatsformen, Zensuren oder Freiheiten. Das alles fließt in diese Bilder aller Tourstationen mit ein. In einigen Ländern gleicht ein Konzert einer solchen Band einem Befreiungsschlag. Für uns verwöhnte Westeuropäer kaum noch nachvollziehbar. Wie gesagt, ich bin beeindruckt.

Die Dokumentation lebt von einer alles in allem grundsoliden, humorvollen, intelligenten und geerdeten Band und einem über Jahre mit massig Konzerten und über lange Zeiträume streckend erspielten Publikum. IRON MAIDEN sind durch ihre Musik groß geworden und nicht wegen Skandalen oder ähnlichem. Viele Songs sind höchster Standard, eine große Anzahl bereits Klassiker und im Genre Heavy Metal wegweisend und nicht wegzudenken.

IRON MAIDEN, das sind Musiker hohen Ranges. Ein Schlagzeuger, der für seinen Metal Sound nur eine Bass Drum braucht, ein Sänger dessen Energielevel schier unermüdlich scheint, Gitarristen mit der perfekten Mischung aus rauen und melodiösen Rhythmen und Soli und ein Bassist mit hohen komposotorischen Fähigkeiten. Zudem ließ Bandleader und Bassist Steve Harris in der gesamten Bandkarriere keine halbgaren Sachen zu. Er sieht sich selbst als IRON MAIDEN Fan und lässt nur Veröffentlichungen zu, die er als Fan einer Band selbst gerne sehen möchte. Das Resultat sind nur erstklassige Sachen und gipfelte in dieser Welttournee ganz besonderen Ausmaßes, denn IRON MAIDEN flogen zu den Shows mit einem Jumbo, der Ed Force One, geladen mit dem kompletten Equipment, der Band und Crew und geflogen vom Sänger Bruce Dickinson selbst. Er ist schon länger Pilot!

Das Filmteam, bestehend aus den Produzenten und Regisseuren Sam Dunn und Scott McFayden aus Kanada, hat einen sehr lebhaften und unterhaltsamen Blick hinter und vor die Kulissen der jeweiligen Konzertstationen vollbracht. Deren Stil konnte bereits in den hervorragenden Dokumentationen "A Headbangers Journey" und "Global Metal" begutachtet werden. Für Sam Dunn dürfte hiermit der Traum seines Lebens in Erfüllung gegangen sein: Als Heavy Metal ohne hin schon affin für den Sound und dann selbst noch ein riesiger IRON MAIDEN Fan diese Doku machen zu können. Ohne Worte!

Up the Irons!

Weitere Infos:

Flight 666, The Film dauert 113 Minuten.

Diese Dokumentation gibt es als Blu-ray Disc, als Doppel DVD in zwei verschiedenen Ausgaben:

Als Standard Edition und Limited Special Edition.
Als Doppel CD und als limitierte Doppel LP Heavyweight Picture Disc.

Die Blu Ray Disc und Doppel DVD enthalten zum einen den Film „Flight 666“ mit High Definition-Bild und 5.1-Surround Sound. Hinzu das komplette Konzert mit ca. 102 Minuten und insgesamt 16 Songs und jeder Song aus einem anderen Ort.

Links:

Band Iron Maiden
Film Freaks Sam Dunn und Scot McFayden

P.S.:

Der Film eignet sich auch für Leute, die nicht Heavy Metal mögen. Beim Konzert sieht es natürlich anders aus. Allerdings, die Gefahr der Neuentdeckung und Begeisterung besteht. Ehrlich!

[BUCH] Weil Samstag ist VS. Fußball ist nicht das Wichtigste im Leben…

June 3rd, 2009 by Marc.

Zwei Menschen mit vielen Gemeinsamkeiten:
Sie leben im Ruhrgebiet, sind dem VfL Bochum verfallen und haben in ihrem Curriculum Vitae Autor stehen. Und sie kennen sich! Dazu später mehr. Anmerkung: Das hat nichts damit zu tun, dass der VfL Bochum ein so kleiner Verein wäre und die Zuschauer sich deswegen alle beim Namen kennen…

Sie unterscheidet:
Der eine heißt Frank Goosen und ist zudem Kabarettist und der andere wird Ben Redelings gerufen und ist Filmemacher. Soviel dazu.

Die zwei zur Rezi vorliegenden Bücher sind pure Fußballbücher!

… Frank Goosen …
Weil Samstag ist

Eichborn Verlag. ISBN: 3821860464
Offizielle Homepage: Frank Goosen (Link geht in neuem Fenster auf)

Goosen . Buch . CoverDieser kurzweilige 160 Seiten "starke" Schmöker hat es in sich. Frank Goosen hat mit seiner Gabe Dinge bestens beobachten zu können und die Situationen direkt auf den Punkt zu formulieren dem Leser ein kleines Lesevergnügen geschaffen. Man merkt ihm die "Berufskrankheit" des Kabarettisten an, kurze und knackige Stories zu beherrschen. Wie Fußballfans handeln und sind, was vor, während und nach einem Spiel passieren kann und die gesunde Portion völlig verstrahlt zu sein von seinem Lieblingsverein, bringt er dem unwissenden Mitmenschen lockerleicht bei. Darum geht es! Nicht erklärend und lehrend, sondern im Selbsterfahrungsmodus. Damit bewirkt er bei Außenstehenden den "ach so!" Effekt und bei gleichgesinnten oder arg verfeindeten, aber ebenso, nur anders verstrahlten Lesern das "ja, genau so!" Nicken.

Das alles wurde geschrieben, wie sie von der Art und Weise her eigentlich nur im Ruhrpott möglich ist. Es klingt derart original und ungewaschen echt, dass man Nichtruhrgebietlern einen kleinen Aufkleber auf das Buch beppen müsste "Die da im´n Pott ticken und denken wirklich so!" Aber ich will hier nicht übertreiben. Das Büchlein ist ein kleiner Riese und erzählt kurze schnörkellose Geschichten mitten aus dem Leben eines Fußballfans. Und eines muss ich hier ganz deutlich sagen: Es handelt sich hier nicht um Literatur im hochgeistigen Sinne! Es ist kein raffiniertes oder geschicktes Stückchen Literatur, eher frei von der Stadionpausenbierleber weg geschrieben und darf nicht in einer Reihe erwähnt werden mit Kästner oder Goethe! Selbst der berühmte Autor Nick Hornby und dessen Fußballroman "Fever Pitch" steht hier vergleichsweise als wirklicher Schriftsteller einige Sprossen über diesem Buch von Goosen. Aber, dennoch klasse!

… Ben Redelings …
Fußball ist nicht das Wichtigste im Leben … Es ist das Einzige

Verlag Die Werkstatt. ISBN: 978-3-89533-617-1
Offizielle Homepage: Scudetto (Link geht in neuem Fenster auf)

Redelings . Buch . CoverDer Ben ist unterwegs, viel unterwegs. Er veranstaltet unter dem Banner "Scudetto" Kulturabende zum Thema Fußball und hat dabei Filmausschnitte und Kommentare aus der Fußballwelt im Handgepäck. Dazu gesellt sich auf der Bühne immer eine Person aus dem ehemaligen oder aktuellen Profifußball und darf dem losen Mundwerk fröhnen und alte Geschichten zum Besten geben. Da kommt oft Freude auf.

Genau darum geht es in seinem 188 Seiten Taschenbuch: Geschichten die er mit und wegen dieser Fußballkulturabende erlebt. Und natürlich kann auch er nicht die Finger lassen von seinem Stadtverein, dem VfL Bochum.

Dass er als Dauergast oft beim VfL im Stadion war, glaube ich im gerne, denn der Schreibstil ähnelt der Spielweise des VfL Bochums sehr: Relativ ruppig, teilweise etwas unausgegoren und manche Passagen wirken zu schnell runtergeschrieben. Hochwertige Literatur ist es deswegen nicht und mir fällt da eine Rezension zu dessen Buch im Fanzine "Schalke Unser" ein. Dort heißt es, er hätte sich mehr auf die Anekdoten und Fußballabende konzentrieren sollen, als zu sehr auszuholen und vieles anderes als Erlebnisbericht mit hineinzubringen, was manchen Kapiteln einfach nicht dienlich ist. Oftmals könnte man meinen, als Blog hätte diese "Momentaufnahme" einer VfL Spielzeit völlig gereicht.

Und trotzdem, ich habe es wirklich gerne gelesen! In Zeiten von Fanzines muss es auch Bücher wie diese geben. Sie kommen vom Herzen und sind authentisch! Auch er kann von grandiosen Momenten und Situationen in seinem Buch erzählen. Hier stechen besonders die Scudetto Abende hervor. Lesenswert.

P.S.: Ach ja, Ben Redelings, um deine Frage in Kapitel "002" zu beantworten: JA!

… wenn der Goosen mit dem Redelings eine Reise tut …

Und nun wieder zu den Gemeinsamkeiten der beiden Autoren. Da sie sich wie eingangs erwähnt kennen, muss man diejenigen Leser "vorwarnen", die beide Bücher lesen wollen. Dann gibt es dann und wann und zum Glück nicht oft, aber immerhin ab und zu Situationen mit dem "Hä?! Kenn ich doch!" Gedanken. Ganz einfach, in der einen oder anderen Geschichte sind beide Autoren involviert und jeder schreibt in seinem Buch seine eigene Erlebnisversion aus eben dessen Blickwinkel. Das hat schon was. Die Welt ist klein.

[WWW] DIGITAL PUNK - D.I.Y. on the web

May 29th, 2009 by Marc.

Punk! Do it yourself on the web! Greg Graffin von BAD RELIGION dachte beim Song "21 Century (Digital Boy)" an Bar Codes und Quick IDs, aber dachte er auch an Flash?!

Einer der Grundgedanken von Punk war immer schon gewesen, dass man nichts können muss. So richtig gar nichts können muss man neuerdings, um einen Punksong zu zocken. Dafür sorgt nun eine in Flash gebastelte "Punk Machine"!

Komponiere deinen eigenen Song: Punk Machine Online

(Anmerkung: Link Stand Mai 2009)

[ZINE] WSC – Juni 2009, Issue 268

May 23rd, 2009 by Marc.

WSC . Zine . CoverVorstellung . When Saturday Comes

WSC – "The Half Decent Football Magazine" ist ein Fußball Fanzine aus England. Es ist zuhause in der Tabernacle Street in London und dennoch kein Fanzine von einem der Fußballclubs dieser Stadt, sondern ein landesweit vereinübergreifendes.

Erstmals kam es im März 1986 raus und hat sich seitdem zu einem festen und großen Standard in der britischen Fußballfangemeinde gemausert. Der Mix von ernsten sowie humorvollen Artikeln, Berichte über Fußball an sich, aber vor allem dem ganzen Drumherum, inklusive der kompletten Fan- und Supportergeschehnisse, sind bis dato in der vereinsübergreifenden Form einmalig gewesen. Definitiv war es auch ein Wegbereiter für das hiesige nun sehr bekannte, erfolgreiche und vereinsübergreifende 11FREUNDE "Magazin für Fußball-Kultur" aus Berlin.

WSC Ausgabe Nummer 268

Die aktuelle Ausgabe ist nun gerade frisch raus und wer es bisher noch nicht kennen gelernt hat, dem bietet sich momentan die Gunst der Stunde: Der Wechselkurs ist ziemlich günstig! (Stand Mai 2009)

Die neue Ausgabe bietet Artikel über historische Themen wie z.B. "Leeds v AC Milan 1973 Cup Winners Cup Final (Bestechung im Spiel gewesen?) ", eine Doppelseite schwarz/weiß Fotos von Manchester United in den 70ern, Leicester City´s Trip to Atlético Madrid im September 1997. Die Standardrubrik "Match of the Month" bietet Ipswich Town v Norwich City und der Schreiber Cameron Carter beobachtet das Managerverhalten und entdeckt dabei mehr kindische Zänkerei als listige Tricks. Dazu gesellen sich noch internationale Kolumnen über die Fans der Boca Juniors aus Buenos Aires, Argentinien, den Stadionbau in Südafrika für die WM 2010 und es wird die demokratische Vereinsführung via Internet von Fortuna Köln vorgestellt. Die 48 Seiten mit sehr geringem Werbeanteil bieten einiges mehr. Wichtig jedoch, man sollte Englisch können! So einfach das Thema Fußball klingen mag, die Autoren warten mit intelligentem Schreibstil auf.

Wo gibt es das Teil?!

In Deutschland gibt es WSC nicht am Kiosk, ein Versand wäre mir auch nicht bekannt. Ich habe es bisher nur z.B. in Köln im Kiosk vom Hauptbahnhof gesehen und dort kostete es knapp 10 EUR! Direkt auf der Homepage von WSC gibt es eine Bestellmöglichkeit und dort kostet es momentan inkl. Porto und Verpackung um die 4 EUR (Stand Mai 2009). Wer weiß wie lange noch?! Die Bestellung geht nur mit Registrierung (Die Adresse muss für die Postsendung denen schon bekannt sein…) und Kreditkarte.

Kleiner Helferlein:
Yahoo! Währungsrechner

[TV] NightWash . 18. Mai 2009 . Live Stream

May 15th, 2009 by Marc.

Lachsalven aus dem Waschsalon. Genau diese will die Bande von NightWash niemandem vorenthalten!

Schon lange muss ein Kölner Waschsalon als Kulisse und Bühne herhalten, wenn KJ Deuser im Rahmen von NightWash Nachwuchstalente und gestandene Komödianten auftreten lässt. Das Publikum nur einen Hauch von der Bühne "entfernt", quasi ein frontales und direktes Publikum, lässt die Klamaukkünstler zur Höchstform auflaufen. Dieses Spektakel auf engem Raum sorgt so immer wieder für eine ausgelassene Atmosphäre und dieser kann man via Internet-Stream beiwohnen:

NightWash Internet Live Stream

Montag, 18. Mai 2009 um 20:45 Uhr

Homepage mit Livestream: NightWash Videoseite

Laut NighWash Info sollen unter anderem dabei sein:

Christian Schiffer
Lars Hohlfeld
Dagmar Schönleber
der Obel
Meltem Kaptan
  Sie hat offensichtlich keine eigene Homepage. Infos:
  1LIVE, Reporter Team (Stand: 22.07.2008)
   KABADU – Kabarett Video Portal (Stand: Mai 2009)

Weitere Infos:

NightWash im Internet: NightWash

(Alle Links gehen im neuen Fenster auf)

[CD] METALLICA – Death Magnetic

September 14th, 2008 by Marc.

Einleitende Worte:

Metallica ist nicht irgend eine Band, sie sind nicht nur aktuell die größte Rockband ihrer Generation, sondern haben in den 80er Jahren unzählige Bands beeinflusst und begeistert. Sie haben Metalklassiker geschaffen wie "Ride the Lightning" (1984) oder "Master of Puppets" (1986), die bis heute überlebt haben und u.a. als die wichtigsten im Thrash Metal gelten.

Mit dem "schwarzen Album" verabschiedeten sich METALLICA 1991 vom puren Metal und somit von ihren Wurzeln und auch von den Fans der ersten Stunde. Was kam war ein Wechsel in rockigere und radiotauglichere Zeiten und verbuchten so Verkaufsrekorde, volle Hallen und Stadien. Schon Ende der 90er Jahren nahm keiner mehr aus der Metal Szene METALLICA ernst, sie galten als die Thrash Helden von damals, die vom Weg abkamen.

Aber da METALLICA in den 80ern Jahren wirklich viele für Metal begeisterten und sie einen handfesten Stand in der Szene hatten, fühlen immer noch sehr viele Metalheads eine Verbundenheit, speziell wegen der aufregenden Vergangenheit mit METALLICA.

Von der Basis fast schon ausgelacht, versuchten sich METALLICA 2003 mit "St. Anger" wieder an rauere, ja sogar richtig harte Songs. Sie vermasselten diesen Ausflug allerdings mit einem miesen Schlagzeugsound, der vielen Hörern nicht genehm war. Aber Anzeichen von Vorfreude eines wiederbelebten Metalgiganten kamen auf.

METALLICA haben sich nun jedoch wieder zusammengefunden und dazu aufgerafft an einem richtigen Metalalbum zu basteln und sich so wieder in der Metalszene zurückzumelden.

Die Voraussetzungen sind gut. Mit Robert Trujillo haben sie einen Bassisten mit Weltformat im Lager, der musikalisch den METALLICATS einiges voraus hat. Schon auf den beiden Alben "Camera, Lights, Revolution" und "The Art of Rebellion" von SUICIDAL TENDENCIES ist sein außergewöhnliches und einfallsreiches Spiel zu hören und später bei Ozzy Osbourne es auszuhalten zeugt von starker Persönlichkeit und musikalischer Klasse.
Zudem ist mit Rick Rubin einer der besten Produzenten am Start, der u.a. das Thrash Metal Manifest "Reign in Blood" von SLAYER zu Glanz und Ruhm veredelte. In seiner Referenzliste finden sich Künstler wieder wie Beastie Boys, Run-DMC, Red Hot Chili Peppers, Trouble, Johnny Cash, Audioslave, Shakira und Weezer. Das muss reichen.

METALLICA wollten sich metallisch zurückmelden und nun ist es da:

Das Album Death Magnetic:

Ein Album von METALLICA wird grundsätzlich nur an den höchsten Ansprüchen gemessen. Zu stark sind die eigenen Vorgaben ihrer Klassiker, zu groß ihr Erfolg. Das macht es schwer.

Death Magnetic könnte stilistisch der Nachfolger zu "… and justice for all" (1988) sein. Man merkt diesem Album an, wie stark ihre Ambitionen gewesen sein müssen und haben es vollgestopft bis zum Anschlag mit einer Masse an Ideen, um auch wirklich jeden zu überzeugen, wie gut sie noch sind. Genau daran sind sie gescheitert: Sie stolpern förmlich von Idee zu Idee und haben die Ideen schlussendlich nicht im Griff. Es sind keine richtigen Songs daraus entstanden. Bei mir kam zu keiner Zeit der Moment auf, wo ich dachte den Song gleich unbedingt noch mal hören zu wollen. Es springt kein Funke über. Alle Songs sind hart, schnell, aber nicht mitreißend. Allerdings, ausgerechnet das kommerziellste Stück "The Day That Never Comes" erfüllt alle hohen Ansprüche.

Die Scheibe hat keinen Spirit, keine Euphorie und Ausstrahlung. Nur so würde Thrash jedoch funktionieren. Was diesem Album fehlt, sind Songs. Genau das war METALLICAs Stärke. Egal wie schnell oder langsam ein Lied war, es hatte Wiedererkennungswert (Creeping Death), Erlebnischarakter (Master of Puppets), Dramatik (One), war eine Hymne (Seek and Destroy) oder stimmungsvoll (Fade to Black). Das alles fehlt.

Es ist seltsam. Für die hinzugewonnen Fans seit Mitte der 90er Jahre ist dieses Album definitiv zu hart. Es ist Null kommerziell, hat nur lange Lieder, jeweils ca. 8 Minuten lang, und keine einfachen Songstrukturen. Eine wunderbare Absage an den Massengeschmack.

Was es jedoch zu bieten hat, ist ein unglaublich genial auftrumpfender Kirk Hammett an der Leadgitarre. Völlig losgelöst von Zeitgeist und Modeströmen zaubert und brilliert er auf der Gitarre wie er es noch nie getan hat! Man kommt aus dem Staunen nicht raus! Die Zeit der Gitarrenhelden ist zwar vorbei, aber hiermit könnte er sie erneut einläuten. Nicht zu fassen wie lange, schnelle und raffinierte Solifeuerwerke mit den verschiedensten Effekten er da von sich gibt. Der Absolute Ohrenschmaus. Es ist sein Referenzwerk geworden.

Sie sind auf jeden Fall wieder im Metal angekommen, bieten lupenreinen Thrash ohne extremen Gesang und man müsste sie eigentlich messen mit den neueren Alben von DEATH ANGEL, MEGADETH oder EXODUS.

Es ist wunderbar unkommerziell, sehr gewagt, fast schon experimentell und pur. Keine andere Band dieser Größenordnung würde sich trauen so ein Album zu schaffen mit derart geringer Radiotauglichkeit. Das macht sie wieder sympathisch.

Allerdings glaube ich auch, dass dieses Album konfus macht…:-)

[CD] KARAMELO SANTO – la gente arriba!

January 3rd, 2008 by Marc.

Karamelo Santo . Album . CoverEs geschah 1993 in Mendoza, Argentinien. Da formierten sich ein paar junge Leute aus dieser 120.000 Einwohner Stadt (im Großraum sind es etwas mehr als 1 Mio.) und gründeten eine Latin Ska Band mit Punkeinflüssen. 1995 kam deren Erstlingswerk raus und 1997 zogen sie weg von der ländlichen Idylle und zwar direkt in den Kulturrausch von Buenos Aires. Die Musikszene dort ist sehr lebendig und sie hatten mit ihrem Mix aus Reggae und Latin Ska bei einer äußerst variablen Instrumentierung mit Gitarre, Bass, Schlagzeug, Gesang, Posaune, Saxophon, Percussion sowie Keyboard und Akkordeon einen gehörigen Ton mitzuspielen und gehören heute zu den bekannten ihrer Zunft.

So kommt es auch, dass auf dem Album gleich die Tanzmanie losgezockt wird! Das pure Leben wird um die Ohren gepeitscht und wechselt dann und wann in ruhigere, nachdenkliche und melancholische Momente. Sie geben sich den Raum und die Freiheit nicht nur der Tanzfläche zu dienen, sondern auch andere Takte anzustimmen. So entstand dieses wahrhaftig abwechslungsreiche und sehr sympathisch klingende Album. Punk ist nur noch Einstellungssache und kein Soundbestandteil mehr.
Lateinamerika zeigt auch hier seinen starken Einfluss. In vielen Ländern ist die Gesellschaft im Umbruch, viele Menschen zeigen Widerstand, es herrscht Unruhe und Nachdenklichkeit zugleich. So gibt es auf "la gente arriba!" (Menschen vor!) viel politisches, aber nicht auf plakative Art und Weise, sondern mit einer positiven Grundstimmung ohne Parolenkeule. Man spürt den Tatendrang, Willen zur Veränderung.

Schon mit dem beigelegten Poster und der Covergestaltung wird deutlich: Dies ist der tanzbare Soundtrack, teilweise durchsetzt mit Melancholie, zum politischen Alltag in Argentinien und gegen die Globalisierung.

"La gente arriba" ist aus dem Jahre 2006. Das sechste Album "Antena Pachamama" kam 2007 raus.

Weitere Infos über KARAMELO SANTO online:
Offizielle Internetseite / Official WebSite / Sitio oficial
Natürlich, auch bei wikipedia de

[CD] NO TE VA GUSTAR – todo es tan inflamable

December 21st, 2007 by Marc.

Das Intro
So klingt eine Gruppe, die keinem mehr etwas beweisen muss. Kein Schnelligkeitsbeweis, kein Härtegrad wird ausgereizt, kein Anbiedern beim Kommerz zur Massentauglichkeit. Einfach nichts von alle dem! Dafür bieten sie mit ihrer Art und Weise eine ausgewogene Mischung aller Bestandteile der Rockmusik. Mit einem sehr persönlichen Klang, der NO TE VA GUSTAR bei mir mittlerweile zur Herzensangelegenheit machte. Ja, ich liebe deren Musik!

Die Gruppe
Aber wer sind sie? Hier eine kleine Vorstellung:
Deren Heimat ist die Uruguay. 1984 gegründet und discographisch seit 1999 unterwegs, mischen sie Einflüsse aus westlicher Rockmusik, Ska, Reggae und etwas Salsa. Die Instrumentierung spricht schon Bände: Gitarre, Gesang, Perkussion, Trompete, Posaune, Saxophon, Keyboard, Bass und Schlagzeug! Stilistisch sind sie deswegen nicht richtig greifbar, aber kurz und knapp gesagt liegen sie zwischen Latin Rock und Ska. Sie sind nur eben keine Puristen dieser Genres.
No te va gustar heisst "wird dir nicht gefallen" und wird auch gerne NTVG abgekürzt.

Das Album
NO TE VA GUSTAR CoverFünfzehn Lieder unterschiedlichster Prägung werden regelrecht durchlebt. Zunächst schicken uns NTVG auf die Tanzfläche mit schnörkellosem Rock, danach wird es zappeliger mit Ska und dieser rasante Auftakt wird clever umgemünst in energievolle ernstere, ja danach sogar traurige Stimmung. Schon die ersten vier Lieder sind Zuckerwatte und Peitsche zugleich! Was sie mit einfachen Gitarrenriffs und temporären mehrstimmigen Gesang erreichen ist enorm!
Die Reise geht weiter mit einem Auf und Ab, wie im wahren Leben. Die Klangwelt hat mal etwas träumerisches, auf Melancholie folgt Romantik in einem Atemzug, dann wieder die pure Sonnenkraft und hin und wieder eine politische Schlagseite. Uruguay bzw. ganz Lateinamerika ist politisch sehr aufgewühlt mit argen Gegensätzen und Ungleichgewichten und genau dieses gesellschaftspolitische Geschehen fliest in die Texte von NTVG ein.
Auf den Punkt gebracht: Dieses Album bewegt und berührt!
Das Album klingt sehr persönlich, druckvoll, natürlich und nicht vom Stress getrieben. So klingen Musiker, die sich voll und ganz gefunden haben und sich Zeit lassen Lieder zu schaffen, die sie selbst mögen. Toll!

Discographie
Solo De Noche (1999 Barca, in Deutschland 2005 bei Übersee Records)
Este Fuerte Viento Que Sopla (2002 Barca, in Deutschland als Import erhältlich)
Aunque Cueste Ver El Sol (2004 Barca, in Deutschland 2006 bei Übersee Records)
Todo Es Tan Inflamable (2006 Barca, in Deutschland im Juni 2007 bei Übersee Records)

NO TE VA GUSTAR online
Die offizielle WebSite
Dort gibt es das aktuelle Video zu "Pensar" und nicht nur das, man kann in das ganze Album reinhören! (Stand Dezember 2007)
Bei wikipedia
Das Label Übersee Records aus Deutschland
Deren Label in Lateinamerika Barca Discos aus Buenos Aires, Argentinien.

[CD] PANDA vs. PANDA

November 30th, 2007 by Marc.

Ein musikalisches Duell zwischen PANDA und PANDA! Was heißt das? Die einen aus Berlin, die anderen aus Monterrey, Mexico. Vier gegen fünf. Eine CD gegen fünf Silberlinge. Berlinerisch gegen spanisch. Bandgründung aus dem Jahre 2007 gegen 1996.
Schon jetzt fällt auf, wäre ein Vergleich etwas ungerecht…
PANDA aus Berlin sind quasi gerade erst dieses Jahr aufgetaucht, während PANDA aus Mexico Vollprofis und drüben bereits eine richtig große Hausnummer sind!

Aller Anfang ist schwer, Lehrjahre sind keine Herrenjahre! Schicken wir also zuerst die Berliner ins Rennen:

PANDA – "Tretmine"

Panda Berlin CoverDas Album hat schon einen derben Titel und weist damit indirekt auf die freche Ader dieser Kapelle hin. Diese wird dominant bestimmt durch die 19jährige Anna Fischer am Gesang, die mit ihrer rotzfrechen (ich sage mal) Mädchenstimme im Berliner Dialekt sehr bestimmend den Ton vorgibt. Sie klingt munter und direkt. Die Band hingegen, bestehend aus Sascha Nieman (Gitarre und Backing Vocal), Chris Lippert (Gitarre), Oskar Alpen (Schlagzeug), Christopher Brandt (Bass), inszeniert sehr treffend den Soundtrack für Anna Fischer! Sie selbst klingen noch etwas unreif, aber strotzen nur so vor Ideen und lassen mit ihrer spontan wirkenden Musik das Tanzbein schwingen!
Weshalb die Songs aber so gut zünden, sofort Tanzstimmung aufkommt und zu keiner Zeit langweilig wirken, ist bestimmt zu einem großen Anteil einem Vollprofi in deren Hintergrund zu verdanken: Rodrigo Gonzalez! Auf dem Backcover steht, dass die Texte von Anna Fischer und die Musik von Rodrigo Gonzalez sowie Luci Van Org sind. So, so, Rodrigo Gonzalez … DIE ÄRZTE lassen grüßen! Das kann ja nur nach vorne losgehen.
Auf dem Album gibt es aufregende und schrille Rockmusik zu hören, die der rotzigen Gesangstimme wegen auch dann und wann punkige Momente aufweist.
Ich bin mir sicher, mit PANDA gibt es eine weitere Band mit viel Potential. Haut rein und macht euer eigenes Ding weiter so, wie ihr es angefangen habt! Toll!
Fazit: Jung, spontan, noch unausgereift, markante Songs und freche Texte auf berlinierisch.

Weitere Infos:
PANDA Offizielle Band WebSite
PANDA bei wikipedia

PANDA - "La nervancha del príncipe charro"

Panda Mexico CoverMit wem haben wir es hier zu tun? Nur ganz kurz ein paar Daten und Fakten vorweg, bevor eine umfangreiche Historie hier den ganzen Platz raubt, denn die ist durchaus drin!!!

Discographie:
Arroz con leche (2000)
La revancha del príncipe charro (2002)
Amantes Sunt Amentes (2006)
Sinfonía Soledad (2007)

Erfolge:
2005: Nominierung "MTV Video Music Awards Latin America" als beste Band
2006: Sieger "MTV Video Music Awards Latin America" in den Kategorien "Beste Band", "Beste Rock-Band", "Bester neuer Act"
2007: Sieger "MTV Video Music Awards Latin America" in der Kategorie "Bester Alternative-Act"

Eine Menge Holz! Kein Wunder, denn es sind Profis am Start, die den Namen PANDA seit 1996 in Lateinamerika auf Konzertbühnen zum Besten geben.
Das Album selbst wirkt ziemlich reif, aber nicht überproduziert. Ja, die Produktion wirkt sogar etwas blass für eine Gruppe dieses Kalibers.
Kleine Anmerkung: Sie spielen Rock und kommen aus Mexico. Nirgends sonst waren und sind die RAMONES derart groß, ja, richtig GROSS, wie in Lateinamerika und sie haben eine Schar von guten Bands als musikalisches Erbe als Schlepptau hinterlassen, dass es astronomische Zahlen annimmt! Kein Wunder also, dass wir es hier mit einer weiteren Gruppe ähnlichen Genres zu tun haben.
Im Falle von PANDA geht es in die Richtung von uns bekannten California Punk Rock Bands wie NOFX, ohne jedoch punkig zu wirken. Soll heißen, sie spielen zackigen Rock mit gewissem stromgitarrigen Anschlag und Druck, aber ohne wilde oder wütende Momente.
Es wirkt alles sehr leicht, locker, bietet eine Menge Esprit und es werden Singalongs der mitsummbaren Art geschmettert.

Fazit: Es wirken die Wurzeln der RAMONES, es wird konsequenter, geradliniger und druckvoller Gitarrenrock mit viel Abwechslung geboten.

Das hier besprochene Album wurde eingespielt von:
José Madero (Pepe) - Gesang
Ricardo Treviño (Rix) - Bassist
Arturo Arredondo (R2D2) - Gitarrist, Background Gesang
Jorge Vazquez (Kross) – Drummer

Weitere Infos:
PANDA Official Band WebSite
PANDA bei wikipedia

[BUCH] Lemmy . White Line Fever

November 24th, 2007 by Marc.

Lemmy . BuchAuf dem Buchtitel schaut man in die großen Augen eines lausbubartigen Lemmy und auf der Buchrückseite steht als Aufreißer eine Aussage von Dave Grohl (Nirvana, Foo Fighters): "Scheiss auf Elvis und Keith Richards! Lemmy ist der echte King of Rock n Roll! "Was vorne gut losgeht, wird hinten bitterböse. Mit Elvis scherzt man nicht!

Lemmy scheint dies zu wissen und rettet das alles mit prächtigen Auszügen aus seinem Leben zwischen den Buchdeckeln!

Einer wie er hat so viel erlebt und kann es wohl selbst nicht mehr sortieren. Mit den Erinnerungen ist bei ihm so eine Sache… Das was im Buch landete ist glücklicherweise nicht im Nebel der Genussmittel versickert und rollt auf den Leser zu wie jener Zug auf dem MOTÖRHEAD Albumcover von "Orgasmatron". Es geht drunter und drüber und donnert und poltert und rappelt und knattert und zischt und… eine wahre Fundgrube an Lebensausschnitten, die direkt und schnörkellos, ja sogar entlarvend ehrlich dahergeschrieben sind. Lemmy nennt Namen und sagt seine Meinung zu Menschen und Geschehnissen. Offen, ehrlich zu anderen und über sich selbst. Nicht zu vergessen der dicke britische schwarzhumorige Stempel und "dem Lemmy seinen Sarkasmus"!!!

Das Buch ist nicht als Literatur zu verstehen. Es wurde genauso geschrieben wie er seine Songtexte schrieb: Mal eben so! Man könnte meinen er kritzelte seine Erinnerungen auf ein paar lose herumfliegende Blätter, sortierte sie und gab ihnen die jeweiligen Kapitelüberschriften, tackerte sie zusammen und schickte sie dem Buchverlag. Peng! Fertig war das Buch! Dieser Eindruck kann allerdings auch von der deutschen Übersetzung her rühren. Ich kann mir gut vorstellen, dass Lemmy auf englisch kniffige Formulierungen schrieb, die nicht treffsicher übersetzt werden konnten. Man stelle sich nur MOTÖRHEAD Texte auf deutsch vor!!! Das würde auch holprig klingen… dabei sind viele von denen grandios!

Äußerst sympathisch wie er im Erzählfluss dauernd vom Thema abkommt, weil so viele andere Dinge, Geschehnisse, Erinnerungen, Meinungen und Anmerkungen durch seine Gedanken sausen, die er auch noch unterbringen möchte! Immer wieder taucht der Satz auf "Ich bin vom Thema abgekommen. Also… " Sehr sympathisch. Lemmy hat Ecken und Kanten und so liest sich das Buch.

Rock N Roll als Leben! Er liefert die Geschichten zum Klischee "Sex, Drugs and Rock n Roll" und serviert Einblicke in die Maschinerie des Musik Business.

Danke Lemmy, danke!!!

Weitere Infos:
Buchverlag HEYNE HARDCORE
Buchtitel: Lemmy mit Janiss Garza . White Line Fever . Die Autobiographie.
Offizielle WebSite von MOTÖRHEAD

[30 seconds] Lavapages Video . Deicide Review

July 21st, 2007 by Marc.

Es gibt etwas zu feiern, eine neue Rubrick auf Lavapages!!! 30 seconds Lavapages Video!

Video Review of DEICIDE - "The Stench of Redemption" by Oli.

Download Video Review. Format: avi.

[CD] CéU

July 8th, 2007 by Marc.

CeU . CD CoverDa tut sich was: 23. Breitengrad und 46. Längengrad südlich des Äquators. Dies sind die Koordinaten von São Paulo, Brasilien. Eine Stadt mit 11 Mio. Einwohner, die gesamte Stadtregion bringt es auf 19 Mio. Einwohner.
Wer in einer solchen Großstadtumgebung mit Kunst auffällt, hat etwas zu bieten und genau da kommt die Musikwelt auf CéU zu sprechen! (Der Name wird etwa "sel" ausgesprochen.)
Viele Gruppen aus Lateinamerika bedienen sich verschiedenster Stilelemente. Einerseits bei den typischen Latinosounds des Samba oder anderen urlateinamerikanischen Rhythmen wie den Tribals der Indios und/oder ergänzen diese oftmals mit populären Stilen der "westlichen" Welt wie Rock oder Jazz oder eben ganz anderen.
CéU mischt ihre Wurzeln des Samba und Reggae mit afrikanischem Beat und serviert leichtfüßigen Jazz, der gar zum Mitsummen anregt und tanzbar ist. In Brasilien ist nichts untanzbar!!!
Ihre sanfte Soulstimme wird ab und zu mit einem Backgroundchor ergänzt. Der Samba, durchsetzt mit Afrobeat, wird angereichert mit geringen Electropassagen, Bläsern und DJ Sounds.
Alles zusammen hat sie in Lateinamerika 2006 bis zur Nominierung des Latin Grammy der Kategorie "Bester Newcomer" gebracht.
In hiesigen Plattenläden ist sie weit und breit nicht präsent. In Onlinekatalogen gibt es kein festes Gerne, wo sie leicht zu finden ist. Oft unter Weltmusik einsortiert, selten bei Jazz zu finden. Doch so "abschreckend" diese Kategorien klingen, das ganze Album hat eine Leichtigkeit und ist die pure tänzelnde Entspannung mit Pepp.
Es ist nicht nur der musikalische Sonnenschein, sondern auch die Atmosphäre vom Tanzen in den kleinen Seitengassen einer Großstadt.

Auf der toll geschmiedeten und natürlich auf portugiesisch geschriebenen WebSite des brasilianischen Labels kann in das ganze Album komplett reingehört werden.
Ambulante Discos

Der europäische Vertrieb läuft über das britische Label Whatmusic? aus London und genau deswegen gibt es auch eine in englisch geschriebene Site, wo ebenfalls komplett reingehört werden kann.
Whatmusic? CéU music! mit kurzen und knappen Infos.
Whatmusic? Das Label mit Onlinebestellung möglich.

Anmerkung: Die Links werden in einem neuen Browserfenster geöffnet.

[WWW] ARCADE FIRE – Surftipp

July 7th, 2007 by Marc.

Online Radios mit gutem Livestream sind eine wunderbare Sache, da man immer wieder Bands zu hören bekommt, die in den kommerziellen Medien schlicht nicht kursieren. So geschah es mit ARCADE FIRE.
Bei einem Hörgenuss des WebRadios EARWAX FM (an anderer Stelle irgend wann mehr dazu) kam ein Song von ARCADE FIRE und wie gut, dass Bandname und Songtitel immer mit eingeblendet werden. So kann direkt recherchiert werden! Und siehe da, es gibt eine WebSite dieser Band und DIE … ist wunderschön!!! Ich bin derart begeistert, dass ich sie einfach als Surftipp hier erwähnen möchte!

Es ist eine Pracht fürs Auge. Ein Rausch an Grafik, Fotos, Stil und Experiment. Und wie es so ist mit der Kunst, geht es hier nicht um die bestmögliche Usability, sondern um das Umkrempeln von Gewohnheiten. Diese Site ist kein Schnellschusss, sondern folgt dem Motto "Klasse statt Masse". Und…:Musik kann auch gehört werden.

Surftipp: Arcade Fire Official WebSite

Weitere Infos: Arcade Fire bei wikipedia org. Wo sonst?!

Anmerkung: Die Links werden in einem neuen Browserfenster geöffnet.

[CD] SMB bzw. SCREAMING MECHANICAL BRAIN – Zwei Alben

June 12th, 2007 by Marc.

VORGESCHICHTE

Was für ein Tag!!! Heute lag es in der Post, das Päckchen mit den beiden CDs, die ich mir auf der Labelwebsite von Atomic K bestellte. Ein Luftsprung und dann ab in den CD Schacht damit… dahin war es allerdings ein langer Weg!!! Von der Entdeckung meinerseits auf download com bis zur Bestellung der CDs beim Label verging viel Zeit.

REVIEW

So klingt die metallisch zockende Konsolegamegeneration von heute! Wie auf einem Trampolin tingelnd nach Vorlagen von FAITH NO MORE bis SYSTEM OF A DOWN mit… einer gehörigen überschüssigen Portion Energie und Eigenständigkeit. Atemberaubend! A Pool of Ideas! Dieses vor Rhythmus bebende Werk ist regelrecht durchsetzt mit Spielereien elektronischer Art, Breaks am Fließband, Gitarrenschrubberei, freakigen Soli, ein Bass schräg von hier, dann eine Tanzeinlage dort, ein Gesangsspektrum von Sprechgesang, Gekeife bis Gebrüll oder Melodie a la Mike Patton, dann Moshgebratze und sperrige Songs mit Wiedererkennungswert. Spacemelodie trifft Gehacke. Was soll ich sagen? Ich nenne es "Action Metal"! Die Definition von "Tempowechsel" bekommt hier eine neue Dimension! Man wird ganz zitterig und kann nicht mehr vernünftig schreiben… Was für eine Schubkraft?! Woah… Also bevor ich regelrecht bescheuert werde, schnell die sachlichen Angaben…:

DATEN

Die Alben
"The Process of Assimilation" von 2004, Atomic K Records.
"ThereIs No God In Space" von 2006, Atomic K Records.
Musikalisch gibt es kaum einen Unterschied, die sind beide gleich durchgeknallt. Lediglich die Produktion ist beim zweiten Album ausgereifter.

Die Band (Die Instrumentierung sagt alles)
Mit dieser Band gibt es wieder einen Beweis für die hervorragende Musikszene in Minneapolis, Minnesota. Hier die Protagonisten:
Reverend John Wheeler IV:
Vocals vocoder synth. Samples sequencing. Electric chord organ.
Owen Good III:
Guitars. Ebow. Hootin´ & hollerin. Whistling harpsimoron. Vending machine egg
Bryan "Da Gimp" Pierson:
Electronic drums. Percussion. Samples. Loops. Programming
Cassidy Nee:
Bass "Mandolin" Slide guitar. Additional live keys.

Die Links
Official Band Site: SMB – Electronic Dance Metal
Das Label: Atomic K Records
Downloadtip: download com
Dort gibt es den absoluten Kracher "ZYQ9"
Falls der DeepLink nicht geht, dann auf der WebSite von download com
in der Suche Screaming Monkey Boner eingeben. Dort heißen sie seltsamerweise so. Bei denen ist eben alles anders und verrückt, ist doch klar.

[FILM] FULL METAL VILLAGE – Ein Versuch. Teil 1

June 10th, 2007 by Marc.

Mit guten Vorschusslorbeeren übersäht kam die Dokumentation FULL METAL VILLAGE von der Südkoreanerin Sung-Hyung Cho in die kleineren Programmkinos. Stark mit Metal verwurzelt und 1999 dem Wacken Open Air Festival einmal selbst beiwohnend, ist dieser Dokumentarfilm zudem eine Pflichtkür für mich.
Es standen Verabredungsversuche für einen Kinobesuch an, die allesamt platzten, bis schlussendlich das große Vergessen eintrat. Nun läuft der Film nicht mehr. Hm, was tun?! Warten auf die DVD und bis ein weiteres Kino den Film stark zeitversetzt zur Veröffentlichung zeigt. Was noch tun? Trailer schauen, Interviews und Reviews lesen!

Genau dazu hier ein paar Empfehlungen:

Anmerkung: Alle Links gehen in einem neuen Browserfenster auf

Wacken Open Air - www.wacken.com
Auf der offiziellen WebSite des Festivals gibt es ein bemerkenswertes Interview mit Sung-Hyung Cho:
Das Interview auf W:O:A: - Wacken Open Air

Die Zeit online
Es wird ein etwas anderer und längerer Trailer gezeigt.
Trailer: "So macht Landwirtschaft Spaß"

trailer.de
Auf trailer.de gibt es natürlich auch den…
Full Metal Village Trailer

Der Spiegel online
Ein Artikel

Für die Filmwissenschaftler unter uns:

Wikipedia
Full Metal Village Artikel

IMDb . Internet Movie Database
IMDb: Die Daten zu Full Metal Village

FULL METAL VILLAGE. Offizielle WebSite bei FLYING MOON
Selbstverständlich… die offizielle WebSite zum Film:
Full Metal Village online bei FLYING MOON

Und dennoch, was bleibt, ist der Wunsch die Doku endlich zu sehen!

[LESUNG] Exotenvortrag im Café Podcast Bonn

June 9th, 2007 by Marc.

EXOT . Flyer . LesungDie Macher einer Zeitschrift für komische Literatur wechselten ihren Aktionsradius vom Schreibtisch auf die Bühne. Im Café Podcast hat sich die Redaktion von EXOT eingefunden, um eine Lesung besonderer Art vorzutragen. Komisch passte dann auch… Einige Redaktionsmitglieder hatten die Komik schlicht im Blut. Pure Präsenz oder Art und Weise des Vortrags, je nach Person, ließ wunderbare unfreiwillige oder gar gewollte Komik aufkommen. Zusammengefasst könnte man sagen: Es war ein angenehmst bunter Haufen am Start! Sie hören auf die Namen Nadja Schlüter, Lars Weisbrod, Anselm Neft, Olaf Guercke und Christian Bartel.

Mitsamt Multimediasupport wurden Texte vorgetragen und im Hintergrund schimmerten und prangerten zur Story Bilder und Animationen schrägster Art. Trotz all des Multimediabrimboriums war es ganz und gar nicht steril, sondern eher persönlich nett. Kleine Pannen, wie nicht passende Hintergrundbildprojektionen zum Text, sorgten für lockere Stimmung. Schlussendlich jedoch waren die größten Lockerungsübungen einige vorgelesene Texte selbst. Wahrhaftige Lacher und absolut nicht in wenigen Worten zu beschreiben. Zudem ergänzten die Lesungen Videobeiträge, wie u.a. Interviews mit Besuchern einer Esoterik Messe. Ein Knaller, Knüller und Brüller.
Anstregend waren lediglich die Passagen, bei denen die Texte rasend schnell vorgelesen wurden. Es kam einem vor, als müsste der Autor oder die Autorin beweisen, wie gut er, sie, es lesen kann. Warum nur? Wer schreibt, kann lesen. Wir glauben euch, dass ihr lesen könnt! Etwas langsamer bitte! Einen Zacken gemäßigter hätte besonders der Dame des Abends gut gestanden.

EXOT . Zeitschrift für komische LiteraturDa im Café Podcast nichts ungefilmt bleibt, ist dieser Auftritt selbstverständlich auf der WebSite vom Café als Video zu finden.

Das Café Podcast selbst ist ein sehr modernes Café. Mit den Video und Tonaufnahmemöglichkeiten können Ad Hoc Filme und Filmchen aufgenommen werden und eben gerade dieses Ministudio im Hintergrund ermöglicht ein kulturelles Allerlei, dass es einen schwindelig macht. Der Blick auf die WebSite vom Café Podcast bietet einen guten Einblick, welche Gäste dort bislang das Café zum Hotspot machten.

Weitere Infos:
EXOT . Zeitschrift für komische Literatur
Café Podcast

[INFO] CANDLEMASS – King of the Grey Islands. Stichtag 22. Juni 2007

May 28th, 2007 by Marc.

Noch ist diese Scheibe nicht draußen, aber das was sich da zusammenbraut kann nur unter ganz großer Doomkunst auf uns einwirken. Das geht gar nicht anders! Ich bin mir sicher, dass ein Monument der Extraklasse zu hören sein wird, denn hier ist ein Dreamteam am Start:
CANDLEMASS zwar ohne den grandiosen, sehr beliebten und prägenden Sänger Messiah Marcolin, dafür aber mit Sangeskünsler und Vokalästhet … Robert Lowe!!! …jetzt beginnt das große Zittern, die Nerven liegen blank… DER??? Ja, DER!!! Der Sänger von den übermächtigen Doom-Meistern SOLITUDE AETURNUS!!!

Soll heißen: Schon mal den Doomhuldigungsgebetsteppich vor den Lautsprechern ausrollen, saugen und glatt bürsten, damit auch gebührend angehimmelt werden kann.

Ganz wichtig: Robert Lowe singt trotzdem immer noch bei SOLITUDE AETURNUS!

Noch mal zur Mitschrift: "King of the Grey Islands" wird am 22. Juni 2007 veröffentlicht.

Der anbetungswürdige Link CANDLEMASS . Official WebSite
Natürlich auch hier vertreten: CANDLEMASS at myspace